Personalabbau - ein schmerzvolles Thema

Im vergangenen Jahr sind viele Unternehmen diesen schweren Schritt gegangen. Ob Sie selber als Entscheider oder als Führungskraft, die diese Entscheidung an der Front umgesetzt hat oder als Betroffener darunter leiden oder auch als einer derjenigen, die zwar bleiben dürfen, aber mitempfinden und mehr Aufgaben übernehmen müssen, auf jeden Fall geht Personalabbau an Keinem spurlos vorbei.
Wie aber kann man Personalabbau sozialverträglich für alle Seiten gestalten?

Wenn schon Personalabbau – dann schnell!
Hat die Unternehmensleitung sich erst einmal dazu entschlossen, dass Personal reduziert werden muss, dann sollte dies möglichst schnell kommuniziert und umgesetzt werden. Die Mitarbeiter und Führungskräfte sollten nicht wochenlang hingehalten werden. Das ist für alle Beteiligten ein schwer erträglicher Zustand, stört das Vertrauen und behindert die tägliche Arbeit. Erfolgt der Abbau schnell, können die „Überlebenden“ sich auf die Arbeit konzentrieren und dem Unternehmen damit helfen, wieder in die Gewinnzone zu gelangen.
 
Die umsetzenden Führungskräfte brauchen Unterstützung!
Führungskräfte, die plötzlich vor der Situation stehen, Trennungsgespräche führen zu müssen, leiden erfahrungsgemäß sehr stark darunter. Natürlich kennen sie den Mitarbeiter und seine familiäre Situation sehr gut, viele haben jahrelang zusammen gearbeitet und einige Krisen gemeinsam durch gestanden. Nun steht die Trennung an, sie muss kommuniziert werden und von beiden Seiten emotional verarbeitet werden. Darüber hinaus steht der Führungskraft die Aufgabe zu, die Arbeit auf die Verbleibenden zu verteilen und den Rest der Mannschaft allem zum Trotz wieder zu motivieren.
Dabei werden die meisten Führungskräfte allein gelassen, weil das Unternehmen in dieser Phase schon genug Probleme hat. Da das Unternehmen in dieser Situation kein Geld für ein Führungskräftecoaching ausgeben wird, können folgende Maßnahme kurzfristig helfen:

  • Hat der Personaler Erfahrung mit Trennungsgesprächen, kann er die Führungskräfte selber unterstützen und coachen. Wenn  nicht, dann macht es Sinn, wenn der Personaler ein Seminar zum Thema besucht und seine Lerninhalte ins Unternehmen trägt.
  • Bieten Sie den Führungskräften einen moderierten Gesprächskreis zum Thema Trennungsgespräche an. Hier können die Führungskräfte untereinander ihre Probleme und Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen.
  • Die Unternehmensleitung unterstützt durch klare Kommunikation und schnelle Entscheidungen. Ein Ausblick auf die Zukunft mit einer geänderten Unternehmensaufstellung wird geboten.

 
Die verbleibenden Mitarbeiter brauchen Halt und Motivation!
Auch wenn sie nicht direkt vom Personalabbau betroffen sind, so leiden die Zurückgebliebenen unter der Maßnahme. Zum einen empfinden sie mit den Betroffenen, teilweise fühlen sie sich vielleicht sogar schuldig. Zum anderen müssen sie oftmals mehr leisten als vorher, da die Mannschaft zwar geschrumpft ist, nicht aber die Aufgaben. In dieser Phase leidet die Motivation und die Leistung meist sehr, dabei braucht das Unternehmen nun eine starke Mannschaft.
Folgendes kann den Überlebenden helfen:

  • Die Unternehmensleitung hat die Maßnahme klar und deutlich kommuniziert und begründet.
  • Der Personalabbau erfolgt schnell, fair und sozialverträglich.
  • Die Führungsmannschaft steht hinter der Entscheidung der Unternehmensleitung und ist in der Lage, der Mannschaft Orientierung zu bieten.
  • Professionelle Outplacement - Maßnahmen beweisen den verbleibenden Mitarbeitern, dass die Trennung fair gestaltet wird.

 
Schließlich kann das Unternehmen den Betroffenen selber helfen!
Zum einen ist eine schnelle Entscheidung, die sozialverträglich gestaltet ist, unbedingt notwendig. Zum anderen können die Betroffenen direkt unterstützen durch:

  • Faire Trennungsmodalitäten: Insbesondere in finanzieller Hinsicht kann das Unternehmen die Entlassung abfedern. Auch freie Tage für den Gang zum Arbeitsamt oder für Vorstellungsgespräche können weiterhelfen.
  • Bewerbertraining: Viele der Betroffenen haben schon lange keine Bewerbungen mehr geschrieben, geschweige denn Vorstellungsgespräche gemeistert. Die Personalabteilung kann hier unterstützen.
  • Outplacement - Maßnahmen: Mit professionellen Outplacement - Maßnahmen beweist die Unternehmensleitung, das den Betroffenen schnell und unbürokratisch geholfen wird. Viele der Gekündigten erhalten so die Möglichkeit, die Situation emotional zu verarbeiten. Vielleicht wagen sie sogar Schritte, die sie vorher nicht für möglich gehalten hätten und nutzen so die Krise als Chance.

Hiermit wird natürlich auch den verbleibenden Mitarbeitern deutlich gemacht, dass das Unternehmen die Trennung fair gestaltet.
 
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