Tipps für die Gehaltsverhandlung


Nicht jede(r) bekommt, was sie (er) verdient. Der Gang zum Vorgesetzten um über das Gehalt zu sprechen, fällt vielen sehr schwer. Wir haben gelernt, dass Bescheidenheit eine Zier ist und Eigenlob stinkt. Nun sollen wir für uns selber die Werbetrommel rühren. Zu groß ist die Angst, dass der Chef eine Gehaltserhöhung rundweg ablehnt.

ABER: Mit der richtigen Einstellung und der richtigen Vorbereitung können Sie entspannt das Gespräch suchen.

  • Zunächst brauchen Sie die richtige Einstellung zu dem Gespräch. Sie sind kein Bittsteller, sondern beweisen tagtäglich, was Sie der Firma wert sind. Begegnen Sie Ihrem Vorgesetzten ruhig auf Augenhöhe.
  • Recherchieren Sie, wie hoch das Gehalt auf Ihrer Position in Ihrer Branche ist. Bleiben Sie realistisch. Das Internet bietet hierfür zahlreiche Foren.
  • Bitten Sie Ihren Chef nicht um ein Gehaltsgespräch, sondern um ein Gespräch über Ihre Leistungen und Ihren Nutzen. So vermeiden Sie, dass Ihr Vorgesetzter sich direkt angegriffen fühlt.
  • Gehen Sie bei dem Gespräch nicht direkt auf die Gehaltsfrage ein, sondern schildern Sie zuerst Ihre Leistungen und bitten den Vorgesetzten dazu um seine Meinung. Prima eignet sich ein Zielvereinbarungsgespräch oder Beurteilungsgespräch dazu, Gehaltsforderungen zu stellen. Haben Sie eine hervorragende Beurteilung erhalten oder es wurden sehr ambitionierte Ziele vereinbart, so haben Sie eine gute Verhandlungsposition. Ebenso ist natürlich jede Erhöhung der Verantwortung eine sehr gute Möglichkeit das Gespräch zu suchen.
  • Stimmen Sie den Termin offiziell ab, damit das Gespräch in Ruhe geführt werden kann. Erscheinen Sie pünktlich in entsprechender Kleidung.

Vorgesetzte führen des öfteren Gespräche über Gehaltserhöhungen, sie haben einfach mehr Übung darin als Sie. Die Gesprächsstrategie ist aber meist ähnlich:

  • Zur Zeit gibt es betriebswirtschaftlich keine Möglichkeit für eine Gehaltserhöhung.
  • Die Kosten sind eh zu hoch und müssen gesenkt werden.
  • Für die gleiche Leistung zahle ich das gleiche Gehalt. Was ist denn der Mehrwert?

 
Die Verhandlung um das Gehalt ist eine "Verhandlung", also stellen Sie sich Argumente zusammen, die Ihr Gegenüber überzeugen können. Dass Sie Schwierigkeiten mit der Zahlung des nächsten Urlaubs haben oder die Miete erhöht wurde, interessiert Ihren Vorgesetzten wenig.

Wichtig ist:

  • welchen Wert Sie für die Firma haben
  • welche besonderen Leistungen Sie erbracht haben
  • welche Projekte sehr gut gelaufen sind
  • welchen Umsatzzuwachs Sie erzielt haben
  • welches spezielle Know-how Sie sich angeeignet haben, etc.

 
Je konkreter Sie Ihre Leistungen belegen und darstellen können, desto besser. Es hilft, diese schriftlich zu fixieren, um keine Argumente durch Nervosität zu vergessen.

  • Wählen Sie die Reihenfolge Ihrer Argumente so, dass Sie für den Schluß noch einen Joker im Ärmel haben. Das stärkste Argument bringen Sie also vor, wenn das Pulver des Vorgesetzten verschossen ist.
  • Stellen Sie dar, dass Sie eine gute Investition für die Zukunft sind!

Sie sollten natürlich nur in Gehaltsverhandlungen eintreten, wenn Sie sicher sind, dass Ihr Vorgesetzter Ihre Arbeit schätzt und Sie im Allgemeinen gutes Feedback von ihm erhalten. Ohne zuvor erkennbar gut erbrachte Leistungen haben Sie schlechte Karten bei der Verhandlung. Ihr Vorgesetzter wird Ihnen dann Ihre Fehler und schlechten Leistungen vorwerfen.
Setzen Sie sich selber drei Ziele:

  1. Maximal-Ziel: Das Gehalt, dass Ihren Wünschen und Leistungen am besten entspricht. - Dies wird der Vorgesetzte wahrscheinlich nicht erfüllen. Gönnen Sie ihm diesen Verhandlungserfolg.
  2. Minimal-Ziel: Die Gehaltserhöhung, die Sie mindestens haben möchten.
  3. Alternativ-Ziel: Bedenken Sie, dass der Arbeitgeber seine Wertschätzung auch anders ausdrücken kann. So sind Prämien, Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten oder ein Firmenwagen, die Erhöhung der Betriebsrente auch Wege, Anerkennung zu zeigen. In Ihre Verhandlung können Sie diese Alternativen einbeziehen, wenn Sie merken, dass eine Gehaltserhöhung nicht durchsetzbar ist.

Die Drohung, zu einem anderen Arbeitgeber zu gehen, der mehr Gehalt zahlt, ist sehr gefährlich. Die meisten Vorgesetzten lassen Sie wirklich gehen, denn erpressen läßt sich niemand gerne und unzufriedene Mitarbeiter will niemand halten.


Zu guter Letzt:
Behalten Sie gegenüber den Kollegen Stillschweigen über Ihr Gehalt und über Ihre Gehaltsverhandlung. Nichts ärgert den Vorgesetzten mehr, als wenn er ahnt, gleich kommt der nächste mit einer Gehaltsforderung.